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Datum

2002-01-02

 

Was geschah in den letzten Tagen der Deutschen Mark


Liebe Freunde & Familie!

Nun ist es geschafft, nach der Wirtschafts- nun die Währungsunion! Wir sind auf einen guten Weg, den Weg ein Europa zu werden! Ich habe als Kind nie verstanden, wieso ich in Holland anderes Geld brauchte als in Deutschland, und ich gebe zu, ich habe es bis zum Schluß nur mir nationalem Eigensinn, dies im wörtlichen Sinne, erklären könne, nicht mit vernunftgesteuerten Gründen.

Nun, wie waren die letzten Tage im Land der Währung der Altvorderen: Ich habe, ehrlich, überhaupt erst nach Weihnachten bewußt drüber nachgedacht, dass unsere gute, alte DM ihr Leben bald aushaucht! Glatt hatte ich vergessen mein Starterset zu kaufen, und so mußte ich noch mit den Märkern in das neue Jahr! Auch als ich endlich meine letzten Märker ausgegeben hatte, kam Simon, und erinnerte mich freundlich daran, dass ich ja noch Geld von ihm bekäme, und schon hatte ich wieder D-Mark in der Tasche. Und die Mitfahrer aus der www.mitfahrerzentrale.de zahlten auch alle mit Mark, also, ich war gezwungen am Mittwoch mich in einer Zeremonie auf der lokalen Poststelle von meinen letzten D-Mark zu trennen! Nun habe ich also diesen Teil abschlossen.

Aber wenden wir uns dem Dezember 2001 zu: Der Monat stand, erwartungsgemäß, im Zeichen der Adventszeit. Vanessa hat mir, dem Weihnachtsmuffel, einen schönen, selbstgemachten Adventskalender geschenkt! Ich gestehe, ich war überrascht, und habe mich darüber extrem gefreut!

Weil aber das Leben einfach war, zu einfach, wie eine höhere Macht wohl befand, stand noch die Hochzeit von Vanessas Bruder in dieser Zeit mit auf dem Programm, und Vanessa brauchte dafür noch etwas Kleidung! Also, rein in die Stadt, jeder der mich kennt, weiß um meine "Vorliebe" um Menschengedränge! Aber, wir fanden ein genehmes Stück Stoff im richtigen Schnitt, und ab nach Hause zu Vanessa.... wo ist der Schlüssel????.... weg, abgerissen vom Haken an der Hose. Aber Vanessa hat ja noch den ihren... hat Sie??? Nein, den hatte sie am Morgen in meiner Wohnung vergessen ... zu der ich ja grade den Schlüssel verloren hatte... mit Autoschlüssel, dessen Ersatz wiederum in Vanessas Wohnung lag!... Also, erstmal, da ich den Schlüssel wahrscheinlich in der U-Bahn verlor, zurück zur U-Bahn, Infostand: "Wenn der Schlüssel gefunden wird, dann landet er am Marienplatz!" Also, zwischenzeitlich alle anderen Möglichkeiten telefonisch geklärt, zurück zum Marienplatz. Dort der Infostand unbesetzt.. als der Mensch zurückkam, erlebten wir die Dienstleistungswüste Deutschland live: "Ne, konn I' net kläre'!" .. aber die Menschen von der U-Bahnwache konnten, wenn auch ohne Erfolg! In der Zwischenzeit hatte ich Rosa, meine Vermietern angerufen, der ich ja ein Doppel meines Schlüssels dagelassen hatte, Sie gebeten, in der Wohnung nach Vanessa Schlüssel zu suchen... sie fand ihn, erster Erfolg, und ihn für uns erreichbar (also nicht Briefkasten!!) zu plazieren!... und rein in die S-Bahn nach Ebersberg (nicht grade preiswert, kein Wunder das alle mit dem Auto fahren!). Dort führen die Bahnen alle 40 Minuten, wenn ich zügig ging, brauchte ich 20 Minuten für einen Weg zu meiner Wohnung. Also hin, Schlüssel holen, zurück, Bahn eben erwischt (1 Minute zu früh), und wieder 35 Minuten mit der Bahn zum Marienplatz und dann mit der U-Bahn wieder zu Freiheit! Bingo, 23:30 zurück statt 18:00!

Das Fundbüro gab mir bis zu 6 Wochen, bis der Schlüssel dort auftaucht!

Schneller als man gucken konnte, (Hochzeit, noch ein Treffen der Surfer) war dann auch schon die Zeit gekommen, dass unsere Firma schloß, weil weder Kunden noch Kollegen arbeiten wollten. Und wollte da auch nicht der Einzige sein! Also, bloß weg aus München!

Auf den Tourenplan stand Kleve, von Samstag, den 22. bis, geplant, zum 27. Mit dabei Fiosa, die Katze. Da sie ungern Auto fährt, bekam sie vorher Schlaftabletten. Auch dabei 3 Mitfahrer, einer bis Koblenz und 2 bis Ahrweiler.... Geld, das gerne genommen wurde.

Es war der Tag, an dem auf Deutschlands Autobahnen nichts ging (150km Stau auf der A9, 15 Stunden Stillstand in beiden Richtungen auf der A3, etc...) und wirklich, die Gegenrichtung stand von München bis fast nach Köln. Aber, es war eben die Gegenrichtung, auf der Seite und den Autobahnen, die wir uns ausgesucht hatten, hatten wir bis Kleve nicht einen Zentimeter Stau!

Weihnachten war sehr entspannend, einfach weil es wirklich keine Geschenke und keinen Dresscode gab, einfach essen und reden, das Ganze mit ein wenig zu trinken. Am nächsten Tag haben Vanessa und ich Peter in Kleve besucht... und uns nach 30 Minuten Talken seinem Weihnachtsgeschenk, einer Carrara-Bahn zugewandt! Die war zwar nicht 100% fertig, will heißen, die Bahnteile rutschten ob der Fliehkraft der Steilkurve immer wieder auseinander, aber hatten doch einen Heidenspaß. Tags drauf, sind wir Zwei nach Amsterdam gefahren, um Muttchen bei Hank, dessen Haus sich noch immer in der Renovierung befindet, zu treffen. Wie das Glück es so wollte, fing es in Amsterdam fürchterlich an zu schneien, Vanessa an zu brechen, uns so sind wir nach eine 5 Stundenbesuch wieder zurück nach Nütterden bei Kleve. Vanessa hatte sich einen in Kleve grassierenden Virus aus dem Trinkwasser eingefangen, und lang einen weiteren Tag komplett auf der Nase. Dadurch wurde unsere Abfahrt nach Köln über Nijmegen (die letzten Gulden ausgeben!!), wo wir in Klettenberg die Wohnung eines Freundes von Vanessa geliehen bekommen hatten, um einen Tag verzögert!

In Köln hatten wir dann eine wunderschöne Zeit, mit Freunden und Freundinnen, unser Terminkalender war rappelvoll, aber wie gesagt, wunderschön voll. Aber leider auch viel zu viele nicht gesehen, was mir wirklich leidt tut!

Das wir am ersten Abend neben der mit uns verabredeten Priska (wie schade, das der weitere Termin nicht geklappt hat!! ;-/ ) auch noch Georg, meinen ehemaligen Vorgesetzten treffen mußten, war zwar eine nicht schöne, aber hinnehmbare, Randerscheinung! Silvester noch schnell was einkaufen (nicht das wir es nicht hätten vorher gekonnt hätten, wir haben erst um 12:00 erfahren, das wir noch was an Sekt mitbringen sollen... UM 12:00 AN SIVESTER!! Verrückte Studenten!!!), schnell schnell in den Supermarkt... und die längste Supermarktschlange meines kurzen Lebens von innen betrachten! Es war ja nicht nur Silvester, also per se voll, nein, die Leute dachten, es sei auch die letzte Chance mit D-Mark zu zahlen, ...also Neujahr ginge die Welt unter! Nun ja, auch das ging vorbei. Dann feiern, wirklich nett, und zum Feuerwerk einen wunderbaren Blick über die Kölner Altstadt! Punkt 00:00 brach in Köln das funktelefonische Chaos aus! Nicht ging mehr! Da ich keinen kenne, der wirklich telefoniert hat, frage ich mich bis zur jetzigen Sekunde, was diesen Zusammenbruch nun eigentlich verursacht hat! Aber die Menschentrauben an den Geldautomaten waren schon ein nicht unromantischer Anblick ;-))

So also endete dann das bewegte Jahr 2001 und das wohl nicht minder aufregende Jahr 2002 hat angefangen! Wir mußten noch an Neujahr zurück nach München, denn leider mußte ich schon am 2. wieder arbeiten. Vorsätze habe ich nicht viel, die ich wirklich an ein neues Jahr knüpfen könnte! Aber einige, die ich als wichtig ansehe! Den wichtigsten, Freundschaften und Familie zu pflegen, den nehme ich sehr ernst.. und deshalb wollte ich mich auch noch mal dafür bedanken, dass ich von so vielen liebe E-Mails bekommen habe im Laufe des letzen Monats. Ich werde auf die meisten, hoffentlich schaffe ich es auch, versuchen noch genauso persönlich zu antworten.

Viel Glück und Erfolg, so wie Ihr ihn versteht, in diesem Jahr!

Euer Jens

 

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