Charterboot 2009

a_Gersdorff_logo

Jens von Gersdorff, Lohmar, Scheiderhöhe, Scheiderhoehe, Sabine Horntrich, VW Bus, Pentasys, Gitarre, Songtexte, Liebe, Scheiderhöhe, Scheiderhoehe, Bonn, München, Köln, LED, Skipper, Spocky, Projekt Manager, Project Manager, Surferhome ,Surfers Home,

 

Hair 2009

Dies ist unsere während  der Tour geschriebenes Logbuch. Nur die Bilder befinden sich dort natürlich nicht mit dabei.

Mehr Bilder finden sich im Album


28.08.09

Wir haben das Boot um 15:00 in Sneek übernommen. Es ist die „Hair“, eine Doerak 901 OK.

Nachdem wir beim Beladen des Boots in einen Schauer gekommen sind, hat noch unsere „Einweisungsrunde“ stattgefunden. Gegen 16:45 kommen wir endlich los.

Wir fahren über der Houkessleat in den Princess Margret Kanal. Kurz vor de Kurfurd (Koevoerdermeer) biegen wir nach Heeg ab. Im Johan Frisokanal (Jeltsleat) finden wir um 18:00 unseren ersten Anlegeplatz kurz vor der Wijde Wummer. Um 18:30 kommt ein starkes Gewitter mit Starkregen.

Wind SW 5-6

 

Morgen wollen wir mit unserer „Kleine Kanäle Tour“ anfangen. Erste Station soll Bolsward sein zum einkaufen. Ob wir über Ijlst oder Workum fahren entscheiden wir dann spontan. Dann soll es weitergehen über Witmarsum Richtung Harlingen. Wahrscheinlich reicht das wirklich für den ersten Fahrtag.

 

29.08.09

In der Nacht hatten wir wieder ein starkes Gewitter... mit Regen und sogar Hagel. Es hörte sich an, als wenn jemand Steine auf’s Boot schmeisst. Morgens ist wieder alles in Ordnung. Kumulus Wolken und blauer Himmel. Skipper hat sich auch wieder gut vom Gewitter erholt.

 

Um 08:30 haben wir abgelegt. Wir haben uns für die Fahrt über das Heeger Meer und  Workum entschieden. Nachdem wir aus dem Heeger Meer abgebogen sind, wollten wir durch Gast ins Gastmeer. Leider haben wir auf der Karte eine Brücke mit Höhe 200cm übersehen. Da wir noch die Persenning und den Mast oben hatten sind wir umgedreht und über die Ynstersleat und Korte- & Lange Fleet nach Workum. Workum erreichen wir um 10:40. Kurz vor 12:00 kommen wir nach Parrega. Anlegen vor der Brücke. Die Hunde und wir brauchen einen kleinen Landgang. Als wir zurück an Board sind, macht der Brückenwärter schon seine Mittagspause. Kein Problem. Uns hetzt ja niemand!

Um 13:00 geht es weiter. 20 Minuten nach Bolsward. Endlich einkaufen. Unser Kühlschrank und Kombüse sind doch bedenklich leer.

15:30 geht es weiter in Richtung Witmarsum. Ein Brückenwärter für 4 Brücken, nur telefonisch zu erreichen. Auf den letzten Drücker erreichen wir die letzte bewegliche Brücke. Nun gilt es, Friesen! Denn wenn jetzt eine Brücke zu flach oder zu eng ist, haben wir ein Problem. Die 2. Brücke ist schon sehr schmal. Eine Böe erwischt bei der Ausfahrt den Bug (W 5-7), und statt nach Backbord zu gehen, drückt sie den Bug nach Steuerbord. Durch das starke Einschlagen touchieren wir dann leider einen Anleger aus Beton.

Die dritte Brücke ist nur 3,80 breit und die Hair hat 3,50 Breite. Und das bei dem Wind. Wir schaffen es... mit einer leichten Berührung, aber ohne Kratzer.

Witnarsum ist was besonderes. Der Kanal ist eng und mit rechtwinkligen Kurven. Mit drei Brücken direkt an den Kurven oder davor, die man aber mehr als nur „knapp“ nennen kann. Sabine ist so aufgeregt, dass sie das fotografieren vergisst. Und ich hatte wirklich keine Zeit dafür.

Witmarsum verlassen wir um 17:30. Danach geht es Richtung Arrum weiter. Die Fahrt ist gemessen an den Brücken und den Kurven von Witmarsum gemütlich.

18:15: Anlegen an einem Marekrite Anleger in Arrum.

Was für ein Tag! Wechselnder Wind (von SW auf NW 5-7bft) und vor allem enge Brücken und Kanäle auf der Witmarsum und Arrum Fahrt. Jetzt ein Grolsch!

 

 

Nach dieser Höllenfahrt erstmal ein Bier!

 Die Hände und die Knie zittern immer noch. Ein Schnaps wäre zur Beruhigung das Richtige gewesen. Ich mag es ja gerne sportlich, doch Witmarsum hat es doch getoppt. Ich dachte, da kommen wir nie im Leben durch. Dank Jens haben wir nun das auch gemeistert. Hut ab! Meine Nerven lagen zwischendurch wirklich blank. Es ist eine schöne Strecke, das lässt sich nicht bestreiten, doch diesen Ort würde ich nur mit einer Schaluppe oder zumindest einem deutlich kleinerem Boot als die Hair durchfahren. Der Rest der Strecke war kein Problem, etwas weniger Wind durfte es aber schon sein. Aber, wir haben es alles gut gemeistert.

Nun freue ich mich auf lekker Spagetti Bolognese in der herrlichen Abendsonne. Abenteuer hatte ich für heute genug. Skipper ist ja Gott sei Dank auch (noch) mit dabei. Der hatte heute einen ungeplanten Landgang ohne Rücksprache gemacht. Skipper eben! Nun heisst es erstmal Leine an Bord für ihn, bevor er wieder ausrückt.

 

30.08.09

Gegen 10:00 legen wir ab. Sommer befohlen. Wir fahren nicht nach Harlingen, sondern nach Franeker über die Arrum Feart. 2,15m ist die niedrigste Brücke. Deswegen: Verdeck ab und Scheiben runter.

Wind SW 3-4

Arrum ist eng... mal wieder. Aber es liegt hauptsächlich an den geparkten Booten der Arrumer, die dort trotz des „Parkverbots“ liegen. Mit den 3,50 Breite reicht es an zwei Stellen nur mit leichten Berührungen auf beiden Seiten. Nach Arrum wachsen die Bäume in den Kanal. Danach sieht die Hair aus, als hätten wir sie für ein Manöver getarnt.

Um 11:00 ist der halbe Weg geschafft. .. und er findet an der einzigen Zugbrücke ein Ende. Die Brücke ist kaputt. Also neu planen. Zurück nach Arrum. Hurra!

Da wir nicht mehr nach Harlingen fahren wollen, nehmen wir die Henziger Fahrt nach Süden bis nördlich von Bolsward und dann rauf nach Norden über Wommels zum Harinxmar Kanal.

Um 11:45 ist Arrum erneut geschafft. Gleiche Probleme wie auf dem Hinweg. Nur an einer Stelle bin ich fast von Äpfeln erschlagen worden.

 

 

Dennoch sind wir gut durchgekommen. Jens hat hervorragend manövriert. Das war Millimeterarbeit. Aber jetzt wird es stressfrei, der Kanal Harnzer Feart ist schön zu fahren und etwas breiter. Und vor allem die Sonne scheint für uns. Nun haben immer wieder mal kleinere feste Brücken, die jedoch gut zu passieren sind. Selbst Ich komme gut durch. Jens darf dafür erstmal Pause machen und sonnt sich ein wenig in der offenen Pflicht. Vor Bolsward drehen wir wieder gen Norden auf die Boalster Feart, eine schöne Strecke.

 

 

 

 

 

Um 13:30 halten wir in Burgwerd, einem kleinen schnuckeligem Ort, wo wir und die Hunde erstmal eine Runde drehen. Hier begegnet uns das erste Boot, die „Sound of Music“, von Holiday Boatin, auf der gesamten Strecke.

 

 

In Bruggeburen haben wir Pech. Wir kommen 3 Minuten nach Beginn der Pause des Brückenwärters. Und kein Anleger vor der Brücke und kein Platz zum Ankern. Also drehen wir um und fahren 2 Km zurück zum nächsten Anleger. 30 Minuten Pause. Wir beschliessen beim nächsten Anleger für heute festzumachen. Denn zum einen hat uns der erzwungene Umweg durch die defekte Brücke viel Zeit (und Nerven) gekostet und zum Anderen kommt nach der Franster Feart erstmal der Harinxmar Kanal ohne Anleger und nur ein Platz in Franeker. Und in der Stadt wollen wir an sich nicht anlegen für die Nacht.

18:30: Festgemacht! Aber nirgends war ein Liegeplatz. Der Erste, den wir wollten war nicht existent, der 2. & 3. waren ohne Landzugang, was aber wegen der Hunde nicht geht. Also sind wir den Harinxmar Kanal nach Dornrijp gefahren. Aber auch die dort in der Karte verzeichneten Anleger gab es nicht. Wir haben dann ein freies, wenn auch „inoffizielles“ Plätzchen an der Ausfahrt von Dornrijp zum Harinxmar Kanal gefunden. Schönere Liegeplätze gibt es bestimmt. Aber nicht heute für uns!

Insgesamt ein seltsamer Tag: Zugeparkte Kanäle, defekte Brücke, Zugbrücke ohne Anleger/Festmacher, ein eingeschlafener Brückenwärter, den man erst persönlich wecken musste, nicht existente Liegeplätze.

ABER: Den ganzen Tag offen gefahren und eine landschaftlich schöne Route... und: SONNE!

Wind WSW 3-4

 

Nach einer warmen Dusche nach diesem Tag, auch wenn man an Bord eher von einer Behelfsdusche reden sollte, fühle ich mich richtig wohl und lasse nun den Tag Revue passieren.

Es begann mit der abenteuerlichen Durchffahrt durch Arrum, wo es, wie Jens schon beschrieben hat, etwas eng zuging. Doch haben wir uns als Team schon eingespielt und es löpt. Nachdem die letzte bewegliche Brücke kaputt war, dachte ich nur daran, das schmale Arrum zu passieren und war etwas angespannt. Alles jedoch umsonst, denn es lief wirklich perfekt. Ich schätze, jeder, der uns gesehen hat, hätte den Mund nicht mehr zubekommen. Nun wurde der Rest des Tages recht gemütlich, ja fast langweilig gegenüber unserem Tagesstart. Die Sonne brannte uns auf den Pelz, es war ruhig und kaum andere Boote zu sehen. Wir kamen durch kleine Orte, vorbei an Kühen, Pferden, Schafen, Gänsen, Sonnenblumen, pittoresken Brücken und Landschaften! Genuss pur!

Ich war dennoch froh, als wir abends unseren „Behelfsanleger“ gefunden hatten, nach einem ganzen Tag auf dem Boot. Man ist auch irgendwann müde. Den Platz finde ich halt nicht so prall, da gegenüber ein Anleger für Frachtschiffe ist und wir sehr nah am Harinxmar Kanal stehen. Doch es gab nicht wirklich eine Alternative.

Nun lassen wir den Abend mit einem Glas Wein ausklingen, ich verarzte meine Wunden (an den Händen von den Tampen) und Insektenstiche und wir freuen uns auf morgen. Sicher wird es auch ein spannender Tag. Zumindest fühle ich mich bei unseren Anlegemanövern jetzt sicher, da ich zum einen weiss, dass ich mich auf Jens verlassen kann und ich habe das werfen der Halben Schläge geübt.. was auch gut klappt. Beruhigend!

 

31.08.09

Wir legen gegen 09:15 ab. Wind SW 3-4, der Himmel hat noch etwas Hochnebel. Es soll aber gegen 11:00 sonnig werden.

Wir fahren von Dornrijp nach Franeker. Dort kommen wir nach 25 Minuten an. Das Boot haben wir auf dem Weg wieder „flachgemacht“. Sommer geht auch ohne Persenning.

11:15: In Franeker sind wir auf die Klei-Route gebogen. Franeker ist ein ruhiges Städtchen, zumindest vom Wasser aus. Wir sollten uns bei Zeiten den Ort mal ansehen. Richtung Norden fahren wir raus. Nach einer beschaulichen Fahrt erreichen wir um 11:15 Ried. Hier legen wir kurz an für ein Frühstück zu zweit ... und Landgang für die Hunde.

 

 

Ein kleiner Yachthafen mit Duschen und Strom, hier könnte man auch mal nächtigen. Mit den Hunden gibt es auch einen schönen Spazierweg längs des Ufers, wo sie sich mal richtig austoben können. Jedenfalls ist es schön ruhig hier und es soll auch eine Bäckerei und ein Restaurant geben. Als nächstes geht es nach Berlikum, das eine auffällige Kirche mit Kuppel hat. Gemütlich tuckern wir längs des Orts vorbei an schönen Häuschen und Gärten, die direkt an den Kanal grenzen. Hier wird es wieder etwas enger, da öfters Boote rechts und links angelegt sind. Wir genießen die Fahrt in aller Ruhe. Der Wind lässt immer mehr nach.

Nach Berlikum beginnt eine schöne und auch etwas engere Strecke – das gefällt Jens , die sich wie Mangroven durch die Landschaft schlängelt. Zeit zum genießen!

Um 13:30 machen wir in Menaldum einen keinen Stop an der Klei-Route. Ein Malerisches Hafenbecken und 200 Meter entfernt ein Supermarkt. Sabine geht einkaufen, ich bleibe mit den Hunden an Bord. Wir (oder ich) wollen nicht alles abräumen und zumachen. Mittlerweile scheint die Sonne immer öfter durch die Wolkendecke.

Gegen 15:00 erreichen wir wieder den Harinxmar Kanal. Wir wollen diesmal nicht durch Leuwarden, sondern südlich auf dem Kanal an Leuwarden vorbei und dann östliche auf die Aldedeel. Während dessen reissen die Wolken nun vollends auf´. Wind SSW 2-3. Und strahlend blauer Himmel.

Am südöstlichen Ende von Leuwarden biegen wir auf die Aldedeel Richtung Norden. Vorbei geht es in einem sehr schönen Kanal an einem Gewerbegebiet und einem Vorort von Leuwarden. Zwar alles 70er Jahre Häuser aber mit schönen Gärten mit einem Ruhigen Kanal. Nach dem Unterqueren der Nationalstrasse biegen wir noch eben nach Steuerbord in die Grutte Wielen. Ein netter kleiner See mit Restaurant.

 

 

 

 

Da es mittlerweile aber 16:50 geworden ist, kehren wir auf die Aldedeel um. Nach zwei Kilometern kommt die Kanterlandsbrugg, die mit Fliesen von Schlittschuhläufern der legendären 11 Städte Tour gefliest ist. Aus etwas Entfernung sehen sie aus wie ein Mosaik von grossen Schlittschuhläufern. Die Aldedeel ist das traditionellste Stück der Tour.

In Oudtkerk kommt noch mal eine Zugbrücke mit Selbstbedienung. Normalerweise heisst das, dass man einen Knopf am Wasser drücken muss. Doch wir können keinen Knopf entdecken. Auf der Brücke stehen zwei ca. 12 Jahre alte Jungs. Sie sehen unseren suchenden Blick und fragen uns, ob sie die Brücke für uns öffnen sollen. Sabine wirft ihnen dann das gefragte 2€ Stück zu, womit einer zur Brücke rennt und es in einen Automaten wirft. Sie haben einen Heidenspass, dass die Autos halten müssen. Allerdings haben sie einen Linienbus zuvor noch durchgelassen, der mehr schlecht als recht über die doch sehr enge Brücke passte. Sie lieferten auf jeden Fall eine coole Show für die 2 €uro. Einer blieb auf der sich öffnenden Brücke stehen, bis er herunterrutschte. Im Durchfahren wünschten sie uns noch eine gute Fahrt.

 

 

Kurz hinter  Outekerk bogen wir Backbord nach Westen Richtung Dokkumer Ee . Ein schmaler Kanal mit Durchfahrtshöhe 2,15m. Auf halber Strecke zum Dokkumer Ee fanden wir nun das Gegenteil von Gestern: Einen schönen Marekrit-Anleger, der nicht in der Karte stand. Super!

Sonne, Wind SW 1-2 und 46km heute auf den GPS.

01.09.09

Ein wunderschöner Sonnenaufgang. In der Nacht war ein super Sternenhimmel. Gegen 04:45 bin ich wach geworden und nach einigen Satelliten und Sternschnuppen kam kurz vor 05:00 ein kleiner Meteor runter. Whoow! Hell leuchtend mit einer breiten orange Spur. Es sah gewaltig aus.

Das Wetter ist heute warm, nicht heiß, angesagt. Um 07:30 ist blauer Himmel mit leichten Strato Wolken. Wind SSO 3-4.

 

 

Um 08:30 machen wir die Leinen los. Nach ca. 20 Minuten erreichen wir die Dokkumer Ee. Die Sonne strahlt aus allen Rohren. Nach all den kleinen Kanälen kommt uns das Ee vor wie ein riesiger Fluss. In Burdaard wartet die erste Zugbrücke auf uns. Grosse Überraschung: Statt €2,00 für die beiden Brücken will der Brückenwärter € 2,50. Na ja, verschmerzbar. Weiter geht es Richtung Dokkum. Wir wollen mit der Hair in der Stadtmitte anlegen. Den hafen konnten wir letztes Jahr mit der Amor (Durchfahrtshöhe 3,50 und damit 1,60 m höher als die Hair) nicht nehmen und mussten vor der Stadt anlegen. Aber in Dokkum kann man schön einkaufen und Kaffee trinken.

10:30: Wir haben im Stadtkern von Dokkum festgemacht. Davor hat der Liebe Gott noch zwei bewegliche Brücken auf dem Ee gesetzt. Ein Brückenwärter für 4 Brücken. Beim Warten waren wir im Bereich von Scherwinden. Mal von Achtern, Vorne, Steuerbord und Backbord. Und manchmal aus zwei Richtungen gleichzeitig. Das Boot trieb doch sehr seltsam, so dass wir ein etwas improvisiertes Anlegemanöver hingelegt hatten vor der Brücke. Denn es dauerte 30 Minuten, bevor ein Brückenwärter kam. Jetzt gehen wir erstmal Frühstücken.

 

Um 12:30 verlassen wir Dokkum durch den Innenhafen. Da wir nur 1,90 Höhe haben, müssen wir nicht mehr auf die Pausen der Brücken achten. Weiter geht es auf dem Dokkumer Grudrijp. Aber nur für 2 km, danach biegen wir auf einen kleineren Kanal, die Strooboorentrekvaart. Auch dies eine Strecke, die wir mit der Amor letztes Jahr nicht fahren konnten. Mittlerweile ist Hochbewölkung aufgezogen und der Wind ist SW4.

Um 13:45 erreichen wir die Nijefeart. Der Wind dreht immer mehr nach West, Nun geht es wieder nach Süden. Letztes Jahr haben hier die Brücken mit 2 cm Toleranz und wegducken so eben gepasst. Dieses Jahr haben wir einen Meter Luft über unseren Köpfen.

Um 15:30 sind wir am Bergumer Meer. Die Nije Feart ist wirklich langweilig zu fahren. Immer gradeaus mit 9 km/h. Auf dem Bergumer Meer legen wir an. Leider fängt es an zu nieseln. Also: Scheiben hoch, Persenning drüber. Heute scheint in den Niederlanden „Volksangeltag“ zu sein: Überall an den Ufern, Anlegern und Booten sind Angler. Man hat teilweise wirklich Probleme den Ruten und Leinen auszuweichen.

Wir haben noch 2 volle Fahrtage. Jetzt suchen wir eine schöne Route. Wir kennen den Bereich zwischen Sneek, Bolsward und Grou noch nicht. Und dort sind auch kleine Kanäle.

Um 18:45 haben wir westlich von Drachten festgemacht an einer Insel, auf der wir nun schon das dritte Mal sind. Der Himmel klart langsam wieder auf, der Wind ist auf S 2 abgeschwächt.

Nachdem wir das Bergumer Meer nach Süden überquert hatten, sind wir über das Oostermeer getuckert, durch de Lils in de Leien und weiter durch des Pein (Opeinde), westlich an Drachten vorbei.

Für morgen wollen wir wieder kleinere Wege fahren. Über de Princenhove nach Warten bis kurz vor Leuwarden. Dort aber wieder direkt nach Süden nach Werga über die Krumme Sleattrak nach Grou (Grow), Pikkmar nach Akkrum. Von dort haben wir für den letzten Fahrtag noch etliche Möglichkeiten.

46 KM heute.

 

Noch ein paar Kommentare von mir zum heutigen Tag: Wunderbar war es mit Sonnenstrahlen auf dem Gesicht aufzuwachen. Oft war es morgens leicht bewölkt. Der Tag fing also gut an. Die Fahrt nach Dokkum im Morgendlichen Licht hat mir besonders gut gefallen. Burdaard ist ein superschöner, kleiner Ort, der kurz vor Dokkum liegt. Ich fürchte nur, ich habe die Brückenwärterin unwillentlich beschissen, was das Bruggeld angeht. Da ich wild am fotografieren war – vor allem die schönen Häuser und die Windmühle in dem Ort – griff ich nur schnell in die Tasche... na ja, die policie hat sie uns nicht hinterher geschickt.

Dokkum ist einer meiner Lieblingsorte. Viel kleine Lädchen in einer verkehrsberuhigten Zone, ein schöner Hafen(kanal), über den Fusswege kleine runde Brücken führen. Die Menschen dort sind super nett und offen. Ich liebe diesen Ort.

Schön war es im gleichen Lokal wie bereits im letzten Jahr gefrühstückt zu haben. Uitmester met ham en kaas. Ich habe es genossen.

Den Weg, den wir aus Dokkum raus gewählt haben Richtung Zwaagwesteinde führte entlang einer kleinen Strasse, was dennoch ganz schön war. Dann kam eine von mir ziemlich ungeliebte Strecke: Breiter Kanal, hohe Brücken, einfach langweilig. Die sind wir ziemlich schnell entlang gepest und ich habe freiwillig den Abwasch gemacht. Wie schon gesagt, haben wir auf dem Bergumer Meer einen kleinen Stopp, wie ich meine, mit ziemlich gekonntem Anlegemanöver gemacht. Was sehr witzig war, war ein Anlegemanöver von einem Ehepaar mit – wie sollte es sonst sein – einem grösserem Boot. Erst sprang die Frau waghalsig vom Bug und landete unsanft im Gras. Anstatt den Tampen zu befestigen, versuchte sie das Boot damit festzuhalten (ablandiger Wind) und ans Ufer zu ziehen. Darauf sprang der Mann ebenfalls von Bord.... wir schüttelten nur die Köpfe. Das Boot nicht festgemacht, nur den Bug zum Ufer, wurde Müll weggeschmissen und beide hangelten sich über den Bug wieder an Bord. Wir mussten doch sehr lachen.

Danach ging es langsam weiter bis zu unserem Anlegeplatz. Nun geniessen wir noch die Sonnenstrahlen mit gut gefülltem Bauch und einem Gläschen Wein. Es war ein schöner Tag, doch müde bin ich schon ein bisschen.

 

02.09.09

Aufgewacht sind wir um 06:45 mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Leider hat sich kurz danach doch noch eine leichte Wolkendecke dazwischen geschoben.

Wind SW 2.

Um 08:30 sind wir losgefahren, nach Westen Richtung Princenhove. Dort haben wir zumindest 2 kleine Kanäle. Die Fenenfahrt nehmen wir an sich jedes Mal, sie ist schon fast ein Stück Tradition geworden. Einfach wunderschön. Man muss nur den Gedanken verdrängen, es könnte jemand entgegen kommen... und was dann passiert.

 

 

 

 

 

Von dort geht es quer über den Margret Kanal nach Warten. Die erste Brücke ist hoch genug, die zweite öffnet sich schnell. Direkt dahinter haben wir um 11:30 fest gemacht, Mit den Hunden spazieren gehen und ein paar Kleinigkeiten in dem Minimarkt einkaufen.

Dann wieder auf’s Boot und weiter Richtung Norden. Bis hierhin war das Wetter wirklich gut. Aber nördlich von Warten erwischt uns ein heftiger Schauer... und die Persenning ist noch offen. Egal:

 

 

 

 

 

Eine Bootsfahrt kann und darf auch mal feucht sein. Und die Leute, die sich immer unter ihrer Persenning oder gar nur am Innensteuerstand aufhalten, können wir eh nicht verstehen. Dann kommt Werga. Kurz davor kommt ein Abzweig nach Steuerbord. In der Karte steht, dass dort eine 80cm hohe feste Brücke sei... und der Kanal noch gar nicht fertig. Aber das Schild „standen masten route“ stimmt uns positiv und wir biegen ab. Siehe da: Strecke ist fertig die Brücke ist eine bewegliche Brücke mit 320 Durchfahrtshöhe. Weiter geht es nach Süden Richtung Grou. Die Strecke ist breit und auch landschaftlich eintönig.

In Grou halten wir an. Das erste Mal auf dieser Tour in einer Box. Grow ist nett.... aber das war es auch schon. Wir kaufen CampinGaz für den Bus und für Sabine und mich je eine Segeljacke für je €30,-.

Als wir um 15:45 wieder ablegen reisst der Himmel wieder auf. Noch immer SW 2 – 3.

Nun geht es wie geplant über das Pikkermeer nach Akkum.

Jetzt wird die Route wieder schöner. In Akkum gibt es zwei bewegliche Brücken mit Selbstbedienung auf die Aldeboarn. Es wird immer ruhiger. Waren um Werga und Grou noch viele Boote unterwegs, ist das Wasser jetzt spiegelglatt und an den Ufern wachsen Seerosen. An Steuerbord stehen Hausboote.

Auf Aldeboarn freue ich mich wegen der Drehbrücken und der schönen Ortsdurchfahrt.

Als wir an den Meldepunkt der Brücken kommen, sehen wir vor uns ein anderes Charterboot, die den Knopf schon gedrückt haben.... und dann, wohl im Glauben es seien Selbstbedienungsbrücken wie in Akkum, sofort bis zur Brücke in den engen (ca. 360cm breiten) Kanal vorfahren. Das Boot passt so grade noch zwischen die Kaimauer und einem steuerbord liegenden Lastkahn. Als der Brückenwärter dann mit dem Fiets kommt, erklärt er dem Skipper, dass ein anderes Boot von der anderen Seite käme.
Die Ortsdurchfahrt hat nur 4,50 Maximale breite, so dass ein Passieren nicht möglich ist. Also muss er zurück . Da war er doch wohl etwas voreilig. Der Skipper, der dann entgegen kam hatte aber auch gut zu tun, denn sein Boot war viel zu gross. Dann endlich sind Sabine und ich, dem ersten Boot folgend zwischen den Brücken durch. Immer wieder überholt von dem Brückenwärter auf dem Fahrrad. 3 Drehbrücken. Danach machte der vorausfahrende Skipper erst mal fest. Er hatte die ganze Zeit eine Zigarette nach den anderen geraucht. Auf meinen Zuruf: „ Dat war heel lekker!“ konnte er wirklich nicht lachen... seine Nerven waren durch. Für mich war die Durchfahrt mit den 3 Brücken das echte Highlight des Tages. So liebe ich Boot fahren.

Wir sind dann auf dem Nijpup weiter und haben die Warrenbrug auf den letzten Drücker genommen. Denn ab September schliessen die Brücken schon um 19:00.

Direkt hinter der Poolsbrug haben wir einen schönen Anleger gefunden. Feierabend.

53 Kilometer und 8:40 Fahrzeit heute.

Morgen machen wir ruhiger.

 

 

 

03.09.09

In der Nacht hat der Wind wieder aufgefrischt. SW 5 – 7. Am Himmel jagen die Wolken. Wir sind erst um 09:00 aus der Koje gefallen.

Um 10:00 machen wir los. Der Wind nimmt immer weiter zu. Auf dem heerenveense Kanal kommen wir in einen Schauer. Kurz vorher hat es uns den Mittelreißverschluß der Persenning verrissen. Der Schauer dauert. Im Akkrumer Ruk kommt der Wind von vorne. Wellen und Regen peitschen an die Windschutzscheibe, die ihrem Namen wirklich gerecht wird. Weiter geht es in die lange Sleat. Wieder eine Strecke für kleinere Boote. Durch Akmarrijp (schön eng und die Brücke ist sehr knapp mit der Persenning) in die Syltsrijp. Bei Joure drehen wir nach Westen auf die Langwarder Weilen. Unter der Brücke kommt der Südwester uns frontal mit 8bft entgegen. Das Boot bleibt stehen. Nur mit Volllast schaffen wir es gegen den Wind anzukommen und unter der Brücke durchzukommen.

Auf dem See schlagen uns dann die Wellen entgegen. Was für ein Spass! Die Gischt drückt sich zwischen Windschutzscheibe und Persenning hindurch. Die Jeans Sleat ist dann schon fast ruhig dagegen, weil der Wind nun schräg kommt und es dadurch direkt am Backbordufer ein ruhiges Fahrwasser gibt. Als wir die Kûrfurd und damit den Margret Kanal kreuzen bekommen wir die Wellen diagonal. Die Hair beginnt zu rollen, aber alles noch im Rahmen. Mit Volllast geht es in den Frisokanal gegen den Wind Richtung Heeg, wo wir noch mal im Heeger Meer durchgeschüttelt werden und ein sehr welliges Anlegemanöver hinlegen um einzukaufen und einen Kaffee trinken zu gehen.

Um 16:30 machen wir von Heeg los. Im Frisokanal legen wir noch mal an um auf das öffnen der Brücke Richtung Ijlst um 17:15 zu warten. Das vertauen des Boots ist harte Arbeit.

Rechtzeitig machen wir wieder los und passieren die Brücke, Aber nicht nach Ijlst wollen wir, sondern aus der Wide Wimmers nach 1 Km nach der Brücke in die Weinsleat. Ein letzter kleiner Kanal. Itsou, Riper Feart und neuiwe Wimmer. Südlich an Ijlst vorbei (leider, aber zuwenig Zeit!) nach Jutrijp über die Soalfeart  ins Swaarte Bekken. Viele Namen für eine 40 Minuten Fahrt.

Bei der letzten Brücke vor dem Swarte Bekken (laut Almanak und Karte 260cm fest) steht ein Schild: Durchfahrtshöhe 240!

Mit Windschutzscheibe und Persenning ist das zu knapp. Wir wollen sicher gehen und festmachen. Doch mit dem Wind von Achtern und der Persenning, die wie ein Segel ist, spüre ich dessen volle kraft. Es gelingt nicht bei den 8 bft das Boot zu stoppen. Also drehen und gegen den Wind anlegen. Peilen... und es scheint zu passen. Wieder drehen und vorsichtig vom Wind durch die Brücke schieben lassen. 2 cm Platz. Passt.

Im Swarte Bekken wollen wir festmachen. Wir suchen einen Anleger, wo wir nicht die Wellen gegen das Boot bekommen. Der erste Anleger hat noch Wellen, wenn überhaupt dann mit dem Bug nach Lee (die Koje ist im Bug). 2 Versuche klappen nicht. Das Boot wird immer wieder mit dem Bug weggedrückt und das Heck mit der nach hinten offenen Persenning weitergeschoben. Also: Persenning zumachen. Grade noch rechtzeitig, es naht ein böser Schauer.

Nächster Anleger: Voll ablandig bei 8 bft. Also steil anfahren und dann im letzten Moment beidrehen.

Der erste Versuch: Zu früh beigedreht. Der Bug dreht wieder aus dem Wind, ohne dass Sabine eine Leine hätte werfen können.

Zweiter Versuch: Diesmal klappt es. Sabine macht die Leine vorne fest, ich drehe das Heck mit Schraube und Ruder an den Steg. Beim Anlegen benutze ich zum ersten mal seit langem wieder die Bugschraube. Und dennoch ist es harte Arbeit das Boot nahe an den Steg zu bekommen.

Unser letzter Abend an Bord. Das Anlegebier haben wir beide uns redlich verdient. Bis Sonnenuntergang immer wieder Schauer, jedes Mal mit einem wunderschönen Regenbogen.

Heute war Sturmfahrt. Worüber ich mich als Surfer als „schönen Wind“ gefreut hätte, hat mich als Skipper manchmal vor – lösbare – Probleme gestellt.

Ich gestehe: Mit offener Persenning wäre es zwar nasser gewesen, aber auch elementarer.

43 KM heute

 

 

04.09.09

Nun, der Rest war einfach: Aus dem Swarte Bekken in den Margareten Kanal zum Sneeker Meer nach Sneek.

Bei der Bootswerft um 09:30 einparken und ausladen. Immer noch Wind, wenn auch nur noch ein SW 5.

 

 

 

 

 

Sabine und ich haben die Woche noch mal Revue passieren lassen:

  • Schönster Anleger:   Nordwestlich von Oudekerk
  • Schönster Kanal:     Bolsward-Witmarsum-Arrum
  • Schönste Stadt:        Dokkum
  • Die Dourak 901 OK hat uns bestimmt nicht das letzte Mal gesehen (wenn Holiday Boatin uns überhaupt noch mal ein Boot gibt!)

     

    Kommentar und Wertung zur Seite (5 /Sterne/ sind Super, 1 ist Mist!!)

      /Windsurfen/    /Gitarre/    /Charterboot 2009/

     

    Nachricht des Tages

    München

    Seit Ende September bin ich nun wieder mal in München. Aber, wenn alles klar geht, ist der Einsatz im April zuende!

     Letzte Änderungen

    Datum

    Neu

    22.09.2009

    • Logbuch unserer Bootsfahrt mit Bildern

    15.09.2009

    30.05.2009

    10.05.2009

    03.04.2009

    • Bilder vom Urlaub im Album

    10.03.2009

    15.10.2008

    16.09.2008

    06.09.2008

    27.07.2008

    15.07.2008

    20.06.2008

    17.06.2008

    08.06.2008

    17.05.2008

    28.04.2008

    27.04.2008

    20.04.2008

    13.03.2008

    26.02.2008

    25.02.2008

    19.02.2008

    13.02.2008

    11.02.2008